Weimar im Wandel

Die Transition-Town-Initiative für Weimar.

„Der Bücherskorpion – Rettet ein Skorpion die Honigbiene?“

Liebe Bienenfreunde, diese Neuigkeiten klingen so vielversprechend, das ich sie unbedingt teilen muss. Es geht um eine ganz natürliche Art der Varroa-Bekämpfung: Den Bücherskorpion, der wie die Forschung sagt, bis vor wenigen Jahrzehnten noch in Bienenstöcken ganz natürlich vorkam und eine Art Symbiose mit der Biene eingegangen ist. Es heißt, dass im besonderen die modernen Beuten keinen notwendigen Lebensraum für den Bücherskorpion bieten. Wenn das nicht nach einer Rückbesinnnung nach ursprünglicheren und wesengerechten Beuten klingt!? Ich zitiere aus dem Artikel:
Bücherskorpion- (Chelifer cancroides)

1) Der für den Menschen vollkommen ungefährliche Bücherskorpion ist in Mitteleuropa heimisch – vor allem in staubigen Ecken unserer Wohnungen und Dachböden -und mit durchschnittlich 3,6 mm etwa dreimal so groß wie die Varroa-Milbe. Die bevorzuge Mahlzeit des Skorpions sind Bücher- und Staubläuse, Bettwanzen und: Milben. Die spießt er mit seinen Scheren auf und lähmt sie mit einem Biss seines Giftzahns. Anschließend saugt der Bücherskorpion die Milbe aus.      2) Wenn doch der Bücherskorpion so gerne Varroa-Milben aussaugt, weshalb ist er dann nicht schön längst in den Bienenstöcken anzutreffen? Vermutlich liegt das an den modernen „Beuten“ (der Kasten, in dem ein Bienenvolk lebt), die für den Bücherskorpion kein natürliches Habitat mit ückzugsmöglichkeiten darstellen: glatte Holz- oder Styroporwände ringsum bieten schlichtweg keine Höhlen oder Spalten.            3) Pseudoskorpione leben und lebten bereits seit Urzeiten in Symbiose mit den Bienen. In vielen Ländern sind diese noch heute in einer Symbiose vereint. Vor 1977 und vor der Anwendung von Akariziden [Pestizide zur Bekämpfung von Milben], befanden sie sich auch in den Bienenstöcken in unseren Breiten. Das Einsetzen der Pseudoskorpione bringt also ein Stück Natur zurück in die Stöcke.      4) Und auf der Seite von Torben Schiffer heißt es: Die Sorge, dass Bienen durch Bücherskorpione geschädigt werden ist absolut unbegründet. Außerdem ist faktisch Bewiesen, dass erst die Imker, vor wenigen Jahrzehnten, diese funktionierende Symbiose durch Säuren, Neurotoxine und moderne Bienenstöcke ausgelöscht haben. Da nicht die Menschen die Pseudoskorpione in die Bienenstöcke gesetzt haben, sondern diese im Laufe der Evolution auf natürliche Weise eine Symbiose mit den Bienen entwickelten, ist anzunehmen, dass diese bereits seit Jahrtausenden, – wenn nicht seit millionen von Jahren bestand hatte.

Die aktuellen Forschungsergebnisse zum Bücherskorpion verdanken wir Torben Schiffer und seinem Verein  „Beenature – Save the Bees – Verein zur Rettung der Honigbienen“. Der Verein forscht auch gezielt nach der Frage „Wie können die Bücherskorpione wieder in die Bienenstöcke eingebracht werden?“ Alles weitere gibt es auf der Webseite zu lesen. Leider gibt es bisher noch keine größere Zucht für Pseudoskorpione und damit noch keinen einfachen Weg sich Bücherskorpione zu besorgen. Auf der sehr ausführlichen Seite von Torben Schiffer heißt es: „Bislang bleibt nur die Möglichkeit, sich zuhause selbst eine kleine Zucht anzulegen und die Tiere zu vermehren. Die Zucht dieser Tiere ist sehr einfach. Mann benötigt nur ein entsprechendes Gefäß wie z.B. eine große Tupperschale und noch ein paar einfache, weitere Bestandteile – fertig ist das Zuchtgefäß.“ Ich denke es wird sich wohl jeder Imker mit wesensgerechter Bienenhaltung für die Forschung zum Bücherskorpion interessieren. Aber genug der Worte – Schaut Euch lieber die 6minütige Reportage auf 3sat an: Ein Skorpion gegen das Bienensterben – Altbekanntes Tier bekämpft die Varroa-Milbe“ Hier erfahren wir auch, dass der Pseudoskorpion wahrscheinlich gegen Oxalsäure resistent ist! Yeah! Noch ein Grund mehr für Bienenwohl statt Ameisensäure!

Bevor ihr Euch zur Unterstützung hier beim Verein Beenature anmeldet, gibt es zum Abschluss noch ein mit psychedelischer Musik unterlegtes Video, bei dem ein Bücherskorpion eine Milbe vernichtet. Wow, Bäh! und Kämpferische Grüsse von der Milbenfront!

*Nils

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Diesen Artikel und noch viel mehr von der Bienengruppe, findet Ihr gesammelt auf der Projektseite der Bienengruppe: https://transitionweimar.wordpress.com/projekte/bienengruppe/

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Ein Gedanke zu „„Der Bücherskorpion – Rettet ein Skorpion die Honigbiene?“

  1. Ich Behandle meine Völker mit Oxalsäure und bei meinen Völkern sehe ich regelmäßig Bücherskorpione im Varroaboden herumkrabbeln. Gibt es eine möglichkeit diese zu vermähren?

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